Das schönste Buch im Regal

Das schönste Buch im Regal
5. September 2020 0 Von lara

Faktastischer September 2020

Für mich ist es immer eine Erleichterung, wenn der September vor der Tür steht, denn ich bin absolut kein Sommertyp. Die Hitze, die Wespen und meine Gräserallergie machen mir zu sehr zu schaffen, als dass ich den Sommer als meine liebste Jahreszeit bezeichnen würde. Umso schöner, dass der September den Spätsommer und den kommenden Herbst einläutet. Um Schönheit geht es diesen Monat auch in der Bloggeraktion von Our Favorite Books, denn das Thema lautet dieses Mal „Das schönste Buch im Regal“. Das war dieses Mal doch recht einfach für mich.

Zumindest fast. Denn es sind insgesamt vier Bücher in meinem Regal, die mit Abstand so zauberhaft und schön sind, dass ich sie nie wieder hergeben werde, was für mich ungewöhnlich ist. Normalerweise landen meine gelesenen Bücher im Keller in einer Kiste, welche ich einmal im Jahr ausmiste. Das heißt die Bücher werden verkauft, verschenkt oder in den Bücherschrank gestellt. Behalten wird nichts, denn Bücher sollten gelesen werden und nicht verstauben. Außer eben diese vier Bücher, die ich niemals weggeben werde, weil ich sie vielleicht eines Tages meinen Kindern vorlesen werde.

Die Rede ist, natürlich, von den illustrierten Schmuckausgaben von „Harry Potter“, die in Kooperation mit dem Illustratoren Jim Kay entstanden sind. Bisher sind nur die ersten vier Bände der weltberühmten Jugendbuch-Saga in neuem Gewand erschienen. Ob und wann der fünfte Band veröffentlicht wird, ist noch nicht bekannt. Da „Harry Potter und der Orden des Phönix“ allerdings auch das dickste Buch der Urban Fantasy-Reihe ist, ist dies auch eine besonders aufwändige Aufgabe. Das Wundervolle an diesen Büchern ist eben nicht nur, dass die Cover neu illustriert wurden, sondern auch die zahllosen Illustrationen unterschiedlichster Größe, die der Geschichte einen kunterbunten Glanz verleihen und auf fast jeder Seite in den Büchern zu finden sind. Am eindrucksvollsten sind die doppelseitigen Illustrationen ohne Text, die zwischendurch auftauchen und die einfach zum Verweilen und Bewundern einladen. Die Motive sind mannigfaltig. Sei es Harry, der in seiner Kammer unter den Treppen hockt, in der es von Spinnen wimmelt, Quidditchspiele, verschneite Landschaften oder Gebäude wie Hogwarts, Hagrids Hütte oder die Gewächshäuser. Besonders gefallen mir die Liebe zum Detail, mit der Kay seine Werke versieht und sein eigener Stil. Er entscheidet sich bewusst dafür, Charaktere oder Objekte anders darzustellen, als sie in den Filmen gezeigt werden, was die Fantasie wunderbar anspornt.

Ich selbst bin erst spät auf den literarischen Geschmack von „Harry Potter“ gekommen. Als Kind hatte ich mal begonnen „Harry Potter und der Stein der Weisen“ zu lesen, bin aber mit dem Schreibstil und den Schachtelsätzen nicht zurecht gekommen, weshalb ich schon nach wenigen Kapiteln das Buch abgebrochen habe. Später, als ich „Harry Potter und der Feuerkelch“ im Kino gesehen hatte, wollte ich wissen, wie es weitergeht und habe mit „Harry Potter und der Orden des Phönix“ angefangen. Dieses Mal hatte ich das Buch sogar durchgelesen, gefallen hat es mir aber nicht. Inzwischen weiß ich, dass „Harry Potter und der Orden des Phönix“ auch der schlechteste der insgesamt sieben Bände ist. Erst letztes Jahr im September habe ich der Jugendbuch-Saga dann eine weitere Chance gegeben und da konnte sie mich so sehr fesseln, dass ich mir sofort die illustrierten Schmuckausgaben gekauft habe. Die Filme hatte ich zuvor schon mehrmals gesehen und gemocht, aber erst, seitdem ich die Fantasy-Reihe an einem Stück gelesen habe, bezeichne ich mich als waschechten Potterhead. Laut „Wizarding World“ ist mein Haus übrigens Ravenclaw und mein Patronus ein Fuchs, worüber ich mich insgeheim gefreut habe.

Dass ich „Harry Potter“ erst so spät gelesen habe, verschaffte mir den Vorteil sofort die illustrierten Ausgaben lesen zu dürfen und nicht erst im Reread. Falls ihr große Fans der weltberühmten Saga seid, solltet ihr euch die auf keinen Fall entgehen lassen und auch den Neueinsteigern empfehle ich in der nächsten Buchhandlung mal einen Blick zu riskieren. Der Preis ist zwar überdurchschnittlich hoch, aber das ist bei dem großen Format, den dicken hochwertigen Seiten und den colorierten Illustrationen auf fast jeder Seite nicht verwunderlich. Eure Potterhead-Freunde werden euch definitiv um diese Schmuckstücke beneiden.