„Mein“ Genre


„Mein“ Genre
8. Februar 2020 0 Von lara

Mein Faktastischer Februar 2020

Kaum haben wir Neujahr gefeiert, schon ist der Januar vorbei. Mit dem Februar bricht der kürzeste Monat des Jahres an, trotz Schaltjahr. Damit beginnt auch das zweite Thema der Bloggeraktion „Faktastisches 2020“ von „Our Favourite Books“. Dieses lautet „‚Mein‘ Genre“, also welches literarische Genre wir bevorzugen. Für mich nicht gerade einfach, denn ich bin bei Genres sehr flexibel.

Also habe ich eine Strichliste gemacht, in der ich alle Bücher, die ich seit 2017 gelesen habe, nach Genre unterteilt habe. Dabei sind insgesamt zehn verschiedene Genres aufgelistet worden, von denen manche selten auftauchen, beispielsweise Biografien, Sachbücher oder Liebesromane. Die Top 3 haben sich dagegen stark vom Rest abgehoben. Auf Platz drei die Thriller. Silber geht an die Jugendbücher. Mit leichtem Vorsprung hat aber letztendlich, wie ich schon insgeheim vermutet hatte, das Genre Fantasy gewonnen, wobei dieses weit gefächert in seine Subgenres ist, von denen ich einige näher erläutern werde.

Das Bild, das einem bei klassischer Fantasy immer im Kopf auftaucht, ist die High Fantasy. Diese spielt in einer fiktiven Welt, die gesellschaftlich meist dem europäischen Mittelalter ähnelt. Dabei gibt es dort erfundene Tierwesen wie Drachen oder Einhörner. Manchmal sind auch fiktive Sprachen vorhanden, die von den fremden Völkern wie Zwergen, Elfen oder Orks gesprochen werden. Wichtig ist auch die Magie, die von einzelnen Völkern oder Charakteren ausgeübt werden können. Zu den bekanntesten High Fantasy-Werken gehören „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien, „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin und „Eragon“ von Christopher Paolini. Ebenfalls in fiktiven Welten angelegt, sind Mid und Low Fantasy, wobei die charakteristischen Elemente der Fantasy dort abgeschwächter vorhanden sind. Wenn die Geschichte in der realen Welt spielt, die Fantasy aber in einer unentdeckten Parallelwelt stattfindet, spricht man von Urban Fantasy. Beispiele dafür sind „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling, „Percy Jackson“ von Rick Riordan oder „Die Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare. Ähnlich ist die Contemporary Fantasy mit dem Unterschied, dass die allgemeine Bevölkerung über die Existenz von Magie Kenntnisse hat und mehr oder weniger akzeptiert.
Andere Subgenres vermischen sich noch mit einem zweiten Genre, wie die Science Fantasy, wie der Name schon sagt, mit Science Fiction, wozu unter anderem auch der Steampunk zählt, oder Dark Fantasy mit Horror wie bei „Der dunkle Turm“ von Stephen King.

Deswegen ist Fantasy wohl mein Lieblingsgenre, einfach weil es so facettenreich ist. Ich bewundere aber auch immer wieder, dass die Autoren sich über Jahrzehnte nur mit meist ihrer einzigen fiktiven Welt befassen und sie immer weiter ausbauen und detaillieren. Teilweise werden sogar ganz neue Sprachen erfunden wie Sindarin bei „Der Herr der Ringe“. Dazu noch ein Plot, der von Freundschaft und von Kriegen handelt und mein innerer Nerd implodiert vor Begeisterung.

Natürlich will ich noch ein paar Fantasy-Romane empfehlen, die es garantiert wert sind gelesen zu werden.
Als Erstes wäre das eine High Fantasy-Trilogie von einer australischen Autorin, die mich mit 15 Jahren so sehr begeistern konnte, dass ich danach deutlich mehr Fantasy-Bücher gelesen habe. Sie heißt „Die Gilde der schwarzen Magier“ und ist von Trudi Canavan. Die Einzelbände heißen „Die Rebellin“, „Die Novizin“ und „Die Meisterin“ und handeln von Sonea, einer jungen Frau aus ärmsten Verhältnissen, die ihre magischen Kräfte entdeckt und deshalb an der Gilde der schwarzen Magier unterrichtet werden soll, was ihr mehr als widerstrebt, weil sie Magier stets als Feinde betrachtet hat. Canavan kreiert hier ganz feine High Fantasy mit gelungener Gesellschaftskritik. Außerdem bringt sie ein ganz neues Verständnis von Magie ein und bietet durchdachte Charaktere. Das Beste aber ist, dass die Fortsetzungen besser sind, als der erste Band, sodass es immer spannender wird.

Eine weitere Buchreihe ist „Die Königsmörder-Chronik“ von Patrick Rothfuss. Die High Fantasy-Reihe ist noch nicht abgeschlossen, besteht bisher aber aus drei Bänden, die „Der Name des Windes“ und „Die Furcht des Weisen“, von denen Letzteres in zwei Teile gespalten wurde. Es handelt von dem jungen Kvothe, der Mitglied einer Familie von fahrenden Schauspielern ist. Sein Vater ist ein großer Barde der großartige Lieder erschafft und auch seine Mutter hat ein großes künstlerisches Talent, ihr begabter Sohn Kvothe steht ihnen jedoch in nichts nach. Eines Tages begegnet er mit seiner Truppe dem Arkanisten Abenthy, den er dabei beobachtet, wie er den Namen des Windes ruft. Von nun an hat Kvothe nur noch ein Ziel: Er will den Namen des Windes lernen um den Wind nach Lust und Laune herbeirufen zu können. Trotz Fantasy lassen sich sehr viele Motive eines Entwicklungsromans erkennen. Der Schreibstil ist packend und lebhaft, der Erzählstil außergewöhnlich. Zudem ist der Plot gehaltvoll und der Protagonist überdurchschnittlich intelligent, ohne unsympathisch zu wirken.

Aus einem anderen Subgenre, nämlich der Urban Fantasy kommt eine weitere Empfehlung. „Die Flüsse von London“ vom britischen Autor Ben Aaronovitch. Bisher sind sieben Bände auf Deutsch erschienen. Die Fortsetzungen des ersten Bands heißen „Schwarzer Mond über Soho“, „Ein Wispern unter Baker Street“, „Der böse Ort“, „Der Galgen von Tyburn“ und „Die Glocke von Whitechapel“. Die Buchreihe handelt von Peter Grant, der gerade seine Ausbildung bei der Metropolitan Police in London abgeschlossen hat. Als ihm ein reiner Bürojob zugewiesen wird, ist er am Boden zerstört. Bei der Sicherung eines Mordschauplatzes vernimmt er aber den einzigen Zeugen Mr. Nicholas Wallpenny. Dabei erschüttert es ihn nicht sehr, dass sein Zeuge ein Geist ist. Kurz darauf kreuzt sein Pfad den des geheimnisvollen Detective Chief Inspectors Thomas Nightingale, des zuständigen Detectives für spezielle Fälle. Überraschend wird Peter ihm zugeteilt und erfährt schnell, dass London ganz anders ist, als er bislang dachte. Nicht nur dass Nightingale ein Magier in Diensten der Krone ist, der übernatürliche Verbrechen von Vampiren, Geistern, Nymphen, Flussgöttern und anderen Wesen aufklärt, er ist auch über hundert Jahre alt. Peter wird sein Lehrling und erlernt bald seine ersten Zaubersprüche. Aaronovitch weiß, die Fantasy-Elemente geschickt mit Kriminalliteratur zu kombinieren. Der Plot ist extrem spannend, der Humor herausragend.

Gebt Fantasybüchern eine Chance! Nirgendwo sonst lässt sich so einfach Magie wirken und auf Drachen reiten.