Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth

Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth
11. März 2019 0 Von lara

Verloren im Irrgarten

Meine März-Rezension 2019

In der Jugendbuchreihe „Percy Jackson“ geht es um den gleichnamigen Jungen, der ein Sohn des Meeresgottes Poseidon aus der griechischen Mythologie ist. Im Rahmen der Geschichte lernt der Leser Götter und Sagen der griechischen Mythologie kennen. In anderen Buchreihen von Rick Riordan werden weitere Mythologie behandelt, beispielsweise die ägyptische in den „Kane-Chroniken“, die römische in „Helden des Olymp“ oder die nordische in der Reihe um „Magnus Chase“. Diesen Monat habe ich mich noch mit der griechischen Mythologie befasst und „Die Schlacht um das Labyrinth“ aus dem Jahr 2008 gelesen, dem vierten Band der Percy Jackson-Reihe.

Inhalt

Nur noch zwei Monate bis Percy Jacksons 15. Geburtstag, doch an die Planung einer Party ist momentan nicht zu denken. Percy soll in Zukunft die Schule seines neuen Stiefvaters Paul Blofis, die sogenannte „Goode High School“, besuchen. Wie zu erwarten wird Percy allerdings beim Schnuppertreffen in der Schule von zwei Empusen angegriffen und kann in letzter Sekunde von Rachel Elizabeth Dare, einem sterblichen Mädchen, dem Percy schon zufällig im vergangenen Winter am Hoover-Damm begegnet ist, gerettet werden. Doch bevor er ihr noch irgendetwas erklären kann, macht er sich mit seiner Freundin Annabeth auf zum Camp Half Blood Hill, wo sich ein ganz anderes Problem auftut. Monster versuchen durch die Barriere des Sommercamps zu dringen, um die dort lebenden Halbblute zu töten. Zufälligerweise finden Annabeth und Percy auch den gesuchten Zugang: ein Weg in das Labyrinth von Dädalus.

Cover

Dieses Mal bin ich mir nicht sicher, welcher Gott hier, wie gewohnt, auf Percy blickt. Rein optisch könnte es Poseidon sein, es könnte aber auch dieses Mal kein Olympier, sonder Dädalus sein, der als Strafe in der griechischen Mythologie das Labyrinth erbauen musste, das im unteren Teil des Covers zu sehen ist. Darüber fliegt ein einzelner Rabe. In der unteren linken Ecke steht, dem Betrachter den Rücken zukehrend, Percy in einer langen Hose und T-Shirt. In seiner rechten Hand hält er sein Schwert Anaklysmos. Außerdem trägt er ein Flügelpaar an seinem Rücken, das in der Geschichte auch eine Rolle spielt.
Die Illustration ist farblich in Gelb, Gold und Schwarz gehalten. Mir gefallen die Cover bisher einfach alle richtig gut.

Kritik

„Das Letzte, was ich in meinen Sommerferien wollte, war, noch eine Schule in die Luft fliegen zu lassen.“, ist der erste Satz des ersten Kapitels. Erneut erzählt Percy Jackson wie gewohnt aus der Ich-Perspektive und im Präteritum. Gelegentlich hat er aber auch im Traum Visionen, die ihn für kurze Zeit auf andere Charaktere blicken lassen und somit Aufschluss über Ereignisse in Percys Abwesenheit bieten. Mit mehr als 400 Seiten und 20 Kapiteln ist der vierte Band der umfangreichste seit „Diebe im Olymp“, welcher der bisher längste ist. Wieder haben die Kapitel amüsante und skurrile Titel wie „Nico kauft Happy Meals für die Toten“ oder „Ich hacke Kacke“.
Direkt zu Beginn dieses Teils ist bei Percy ein neuer Entwicklungsschub zu bemerken, denn er ist nach der Schule mit Annabeth im Kino verabredet. Seine Mutter Sally ist sich sicher: Das wird Percys allererstes Date! Er bestreitet das jedoch, schließlich geht es hier nur um eine gute Freundin. Doch nicht nur daran lässt sich feststellen, dass die Reihe langsam aber sicher auf ihr Ende zugeht. Die Atmosphäre wird düsterer, die Gegner gefühlt gefährlicher und die Witze eindeutig seltener. Percys immer näher rückender 16. Geburtstag und damit die Erfüllung der großen Prophezeiung ist zwar erst im Folgejahr, aber jetzt schon greifbar. Glücklicherweise muss Percy dieses Abenteuer nicht alleine bestehen, sondern erhält Unterstützung von Annabeth, dem Satyr Grover und dem Zyklopen Tyson.
Grover Underwood ist seit dem ersten Band Percys bester Freund. Anfangs hielt Percy Grover noch für einen gehbehinderten Teenager, da dieser seine Hufe immer in gepolsterten Schuhen versteckte. Außerdem trug er stets eine Mütze, um seine Hörner zu verdecken, denn ein Satyr ist halb Mensch und halb Ziege, was der Leser auch dann bemerkt, wenn Grover plötzlich wortwörtlich meckert oder beginnt Gegenstände zu essen wie Brotpapier, Blechdosen oder Besteck. Zudem ist Grover der Älteste der Gruppe. Da Satyrn allerdings nur halb so schnell altern wie Menschen, wirkt er etwa so alt wie Percy. Grover ist sehr tollpatschig, hat aber meistens Glück bei seinen kleineren Unfällen. Mit seiner Rohrflöte kann er Zauber wirken, mit denen er seinen Freunden hilft, beispielsweise durch Ranken aus dem Boden sprießen lassen.
Was mir an Riordans Geschichte besonders gut gefällt, ist die Vielfalt der Halbblute im Camp und vor allem deren verschiedene ethnischen Herkünfte. Von Latinos, Asiaten oder Afroamerikanern ist gefühlt alles vorhanden. Genauso kommt es zu Gesellschaftskritik in Form von Umweltverschmutzung und Waldrodungen.
Insgesamt muss ich aber gestehen, dass mir „Die Schlacht um das Labyrinth“ von allen Bänden bisher am wenigsten gefallen hat. Der Plot nimmt zu spät an Tempo auf, das Vokabular eckt gelegentlich mit seiner Einfachheit an und einzelne Szenen bremsen die Spannung stark aus.
Das Ende konnte dann doch wieder mit einem Plottwist, einem kleinen Cliffhanger und einer Schlacht punkten, die noch nie so riesig war wie in diesem Band. Ich bin gespannt auf den letzten Band der Pentalogie „Die letzte Göttin“ und werde noch heute damit anfangen.

Fazit

Auch wenn „Die Schlacht um das Labyrinth“ von Rick Riordan der bisher schwächste Teil der Percy Jackson-Reihe ist, ist er dennoch eine gute Fortsetzung, der die Steilvorlage für den finalen Band liefert. Deswegen gebe ich dem vierten Band der Jugendbuchreihe drei von fünf Federn. Ich hoffe sehr, dass der letzte Band wieder an das gewohnte Niveau anknüpfen kann oder vielleicht sogar alle Vorgänger überbietet.