Percy Jackson – Diebe im Olymp

Percy Jackson – Diebe im Olymp
31. Januar 2019 2 Von lara

Ein Halbgott in Sneakers

Meine dritte Januar-Rezension 2019

Was gibt es Cooleres als Superheldenkräfte kombiniert mit der griechischen Mythologie? Definitiv nicht viel! Selbst wenn das Basiswissen über die griechische Mythologie hinkt, ist das kein Problem, denn hier werden die Vorkenntnisse aufpoliert. Wer waren die olympischen Götter und wer davon waren bloß Halbgötter? Welcher Gott ist mit wem verwandt, wofür stehen sie und was haben sie so getan? All das und mehr erfährt man in „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ von Rick Riordan aus dem Jahr 2005. Es ist der erste Teil der Pentalogie und ein Jugendbuch mit Urban Fantasy.

Inhalt

Der zwölfjährige Perseus Jackson, kurz Percy, ist nicht gerade ein Musterjunge. Er gilt als hyperaktives Kind mit Legasthenie und ist in sechs Jahren bereits sechs Mal von der Schule geflogen. Anfangs besucht er die Yancy Academy in New York, ein Internat für schwer erziehbare Kinder. Doch auch dort kann er nicht lange bestehen und wird Ende des Schuljahres verwiesen. Missmutig kehrt er in die Wohnung seiner Mutter Sally und seines Stiefvaters Gabe zurück, wo seine Mutter beschließt mit ihm einen Ausflug zu machen. Noch bevor Percy wirklich bemerkt, was vor sich geht, befinden sich seine Mutter, sein bester Freund Grover und er auf der Flucht in Richtung „Half-Blood Hill“, einem Sommercamp auf Long Island. Es ist jedoch kein gewöhnliches Sommercamp, sondern ein Lager für Kinder und Jugendliche, die sogenannte Halbblüter sind. Percy kann es kaum glauben, aber auch sein Vater ist eine olympische Gottheit, weshalb er übernatürliche Kräfte besitzt.

Cover

Das Cover ist eine Zeichnung und wird von den Farben Grün, Schwarz und Blau dominiert. Im Hintergrund ist ein riesiges, grünliches Männergesicht mit Vollbart und einem mürrischen Blick abgebildet. Rechts davor durchzieht ein Blitz senkrecht das Bild. Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei diesem Mann um Zeus, dem Göttervater und Gott des Himmels, was durch den Blitz verdeutlicht wird. Zeus‘ Blick geht zu einem Jungen, der klein im unteren Vordergrund rechts abgebildet ist, welcher mit dem Rücken zum Betrachter steht und Zeus‘ Blick erwiedert. Er hat kurze Haare, trägt Turnschuhe, ein T-Shirt und eine kurze Hose und hält in seiner rechten Hand ein Schwert. Vermutlich ist dieser Junge der Protagonist Percy mit seinem Bronzeschwert Anaklysmos.
Das Cover trifft eindeutig den Geschmack der Zielgruppe und zeigt bereits die Kombination aus griechischer Mythologie mit dem 21. Jahrhundert durch Zeus und Percys Kleidung. Auch das Machtverhältnis zwischen den beiden wird durch den Größenunterschied dargestellt. Eine großartige Illustration!

Kritik

Am Anfang des Buches findet sich ein Brief von Chiron Kentauros an die Leser, in dem steht, dass die Geschichte von Percy Jackson rein fiktiv sei. Der Brief ist allerdings etwas paradox formuliert, sodass der Eindruck erweckt wird, dass der Leser zum Selbstschutz angelogen wird. Eine erfrischend alternative Einleitung.
„Percy Jackson – Diebe im Olymp“ ist fast 450 Seiten lang und besteht aus 22 Kapiteln, die lustige und skurrile Titel tragen wie „Aus purem Zufall lasse ich meine Mathelehrerin in Dampf aufgehen“ oder „Grover verliert überraschend seine Hose“.
Percy Jackson ist der Protagonist der Geschichte, der aus der Ich-Perspektive und dem Präteritum berichtet. Gelegentlich richtet er sich aber auch direkt im Präsens an den Leser, beispielsweise direkt zu Beginn des ersten Kapitels. Percy hat dunkle Haare und grüne Augen. Mir hat es richtig gut gefallen, dass Percy ein kleines „Problemkind“ ist, auf den ersten Blick also ein Antiheld. Ständig gerät er in Reibereien und Streits, wofür er allerdings keine Schuld trägt. Vielmehr liegt es an seiner göttlichen Aura, mit der er nicht nur die ungewollte Aufmerksamkeit Sterblicher auf sich zieht. Alle seine Makel, auch die Hyperaktivität und Legasthenie, lassen sich darauf zurückführen, dass Percy ein Halbblut ist. Mit einem augenscheinlich makelhaften Helden können sich die Leser gleichzeitig auch viel besser identifizieren als mit einem vollkommen perfekten Charakter.
Riordans Schreibstil ist, der Zielgruppe entsprechend, einfach und knapp, aber mitreißend und zwischendurch sehr humorvoll. Außerdem hat mir das Einbinden der griechischen Mythologie, nicht nur allgemein, sondern auch methodisch, extrem gut gefallen. „Percy Jackson“ ist zwar Unterhaltungsliteratur, verbessert das Allgemeinwissen aber ganz nebenbei und so interessant gestaltet wie nie zuvor. Dabei geht die Spannung nie verloren. Percy stolpert förmlich von einem Abenteuer ins nächste. Fast in jedem Kapitel gibt es packende Szenen und Kämpfe. Besonders in der zweiten Hälfte konnte ich vor Spannung das Buch kaum noch weglegen, das Finale überbietet dann noch einmal alles. Innerhalb weniger Tage hatte ich das Jugendbuch beendet.
Auch bis zur allerletzten Seite bleibt es faszinierend, da offene Fragen teilweise erst kurz vor dem Ende beantwortet werden. Es gab zwar ein oder zwei kleinere Punkte, die zuvor bereits vorhersehbar waren, aber im großen Ganzen konnte es durchaus überzeugen. Aus diesem Grunde werde ich auch noch heute mit dem zweiten Band „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ beginnen.

Fazit

Nach ein paar Tagen hatte ich das Jugendbuch „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ bereits durchgelesen, was so gut wie immer dafür spricht, dass es mich richtig begeistern konnte. Ich mochte Percy als Protagonisten, den witzigen Schreibstil, das Tempo und das Einweben von griechischer Mythologie. Nur das Ende war bis zu einem gewissen Punkt leicht vorhersehbar, was es aber bei einem Urban Fantasy-Roman für Jugendliche ab etwa 12 Jahren auch noch sein darf. Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich ein Buch gelesen habe, das mir bedingungslos so gut gefallen hat wie dieses hier. Deswegen gebe ich „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ von Rick Riordan alle fünf Federn. Es ist somit das erste Highlight des Jahres, aber ich hoffe, dass mir die Fortsetzungen genauso ans Herz wachsen werden.